Ziele
"Sechzig-Vierzig" - ein Begriff, der einstigen DT 64-Hörern und Klubgaststättenbesuchern noch in den Ohren klingen wird. Nachwende-Geborenen und Altbundesbürgern sei erklärt, daß es sich dabei um eine kulturpolitische Regelung der DDR-Gesetzgebung handelte, die bei öffentlich zu Gehör gebrachter Unterhaltungsmusik das oben erwähnte Mischungsverhältnis gewährleisten sollte: sechzig Prozent landeseigenes bzw. sozialistisches Repertoire, vierzig Prozent "Westmusik", um die Jugend bei Laune zu halten. Darüber hinaus kam jener Regelung auch eine gewisse ökonomische Bedeutung zu, denn auf diese Weise blieb ein Teil der äußerst raren Devisenmitel im Lande, den man sonst für den Einkauf ausländischer Künstler hätte aufwenden müssen.
"Sechzig-Vierzig" haben wir auch unseren Verein genannt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, verschiedenste Formen populärer Musik aus der DDR und den neuen Bundesländern in einem Archiv zusammenzufassen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Eine Online-Datenbank, auf die jeder Interessierte zugreifen kann, ist bereits in Arbeit. Mit Hilfe des Internets wollen wir eine Plattform schaffen, die nicht nur der Information, sondern auch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem veröffentlichten Material dienen soll. Denn wir sind der Meinung, daß jene sechzig Prozent, die einst lebendiger Teil der DDR-Kultur waren, nicht nur katalogisiert und aufbewahrt, sondern auch weiterhin lebendig gehalten werden sollten.
Satzung
§1 Name und Sitz
1. Der Verein führt den Namen :
"Sechzig-Vierzig ( 60/40 )"
Gesellschaft zur Bereitstellung und Archivierung von Werken zeitgenössischer
Kunst aus der DDR und aus den Neuen Bundesländern
mit dem Zusatz "e.V." nach seiner Eintragung in das Vereinsregister.
Der Verein hat seinen Sitz in Berlin.
2. Der Verein soll in das Vereinsregister eingetragen werden.
§2 Zweck und Aufgabe
1. Die Aufgabe des Vereins ist die Errichtung, Anwendung und der Betrieb eines Archivs mit Werken der DDR Kunst sowie vorzugsweise zeitgenössischen Werken aus den neuen Bundesländern und deren Dokumentation im Kontext zu gesellschaftlich politisch relevanten Prozessen. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei Produktionen von Blues-, Lied-, Folk-, Jazz-, Rock- und Popmusik erhalten. Die Sammlung von Film-, Bild-, Video- und Textdokumenten soll als Kommunikationsstätte für alle Beteiligten dienen.
2. Der Verein fördert damit kulturelle Zwecke; dies ist die ausschließliche und unmittelbare Förderung der Kunst sowie die Förderung und Erhaltung von Kulturwerken.
3. Zweck des Vereins ist die Information und die Bereitstellung von Materialien aus diesem Archiv für Künstler, Pädagogen, Wissenschaftler und sonstige interessierte Personen.
4. Die im Archiv gesammelten Informationen sollen im Schwerpunkt durch Nutzung des Internets zugänglich gemacht werden. Gleichzeitig soll das Internet als Kontaktpunkt für Künstler und Interessierte dienen.
5. Der Verein soll eine produktive Auseinandersetzung zwischen Künstlern und den Medien fördern und die Ergebnisse der Öffentlichkeit (z.B. mittels von Ausstellungen, Konzerten, Lesungen etc.) zugänglich machen.
6. Zweck des Vereins ist auch die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens durch den Austausch von Archivalien mit Vereinen im Ausland, Beteiligung an gemeinnützigen Massnahmen ausländischer Vereine und der Beteiligung ausländischer Vereine an gemeinnützigen Maßnahmen des Vereins..
7. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar kulturelle und gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
8. Der Verein ist grundsätzlich bereit, sich auch anderen Formen der Kulturgeschichte zu widmen.
§3 Mitgliedschaft
1. Mitglied kann jede natürliche und juristische Person oder Personenvereinigung werden, die sich zu den Zielen des Vereins bekennt und an deren Verwirklichung mitwirken will. Die Mitgliedschaft wird durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand beantragt, der hierüber beschließt.
2. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, durch Auflösung einer juristischen Person oder Personenvereinigung, durch Tod des Einzelmitgliedes oder durch Ausschluß. Der Austritt ist dem Vorstand bei Einhaltung einer Frist von drei Monaten schriftlich anzuzeigen. Gezahlte Beiträge werden bei Austritt nicht zurückerstattet. Es besteht kein Anspruch auf das Vereinsvermögen.
3. Über den Ausschluß aus dem Verein entscheidet die Mitgliederversammlung auf Antrag des Vorstandes oder eines Fünftels aller Mitglieder, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. In der Einladung zu der Mitgliederversammlung, auf der über den Ausschluß gesprochen werden soll, ist auf diesen Punkt besonders hinzuweisen. Betroffene erhalten angemessene Gelegenheit zur Stellungnahme, sind jedoch nicht stimmberechtigt. Die Mitgliedschaft ruht automatisch bei Rückstand der Beitragszahlung von mehr als sechs Monaten und endet bei einem Rückstand von zwölf Monaten.
4. Der Beitrag ist am 1. Werktag eines jeden Quartals im Voraus für 3 Monate fällig.
Der Vorstand kann bei Bedürftigkeit den Beitrag im Einzelfall ganz oder teilweise erlassen.
§4 Mitgliederversammlung
1. Die ordentliche Mitgliederversammlung findet einmal im Jahr, und zwar innerhalb der ersten drei Monate des Kalenderjahres statt. Außerordentliche Mitgliederversammlungen finden statt, wenn der Vorstand eine Einberufung für erforderlich hält oder wenn wenigstens ein Fünftel aller Mitglieder ihre Einberufung schriftlich vom Vorstand verlangt.
2. Zu allen Mitgliederversammlungen ist schriftlich unter Einhaltung einer Frist von zwei Wochen und unter Angabe der Tagesordnung einzuladen unter der vom Mitglied zuletzt schriftlich angegebenen Anschrift. Mitglieder, die eine E-Mail-Adresse angegeben haben, werden auf elektronischem Weg (E-Mail) informiert, soweit sie nicht ausdrücklich auf Schriftform ( Brief ) bestehen.
3. Die Mitgliedsversammlungen ist beschlussfähig, wenn mindestens 2/3 der stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind. Ist die Mitgliederversammlung nach dieser Regel nicht beschlussfähig, erfolgt eine erneute Einladung. Diese Mitgliederversammlung ist in jedem Fall beschlussfähig.
4. Die Mitgliederversammlung beschließt in allen in der Tagesordnung erwähnten Angelegenheiten des Vereins mit der Mehrheit der Anwesenden, insbesondere über
a) die Wahl und die Abberufung des Vorstandes (ausgenommen Vorstandsmitglieder kraft Amtes)
b) die Aufstellung des Haushaltsplanes und die Höhe der Beiträge
c) die Wahl der Kassenprüfer
d) die Änderung der Satzung, jedoch mit Zweidrittel Mehrheit der anwesenden Mitglieder.
5. Punkte die nicht in der Tagesordnung erwähnt sind und die dennoch in der Mitgliederversammlung abgestimmt werden sollen, müssen zu Beginn der Sitzung vorgestellt werden und mit einer Mehrheit von mindestens 2/3 der anwesenden Stimmberechtigten als zusätzlicher Punkt in der Tagesordnung aufgenommen werden.
6. Stimmberechtigt sind nur Mitglieder, die mindestens 3 Monate vor der Mitgliederversammlung rechtmäßig in den Verein aufgenommen wurden und deren Mitgliedschaft nicht ruhend ist.
§5 Vorstand
1. Der gesetzlich vertretungsberechtigte Vorstand im Sinne von § 26 BGB besteht aus bis 5 gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern, von denen jeweils zwei gemeinschaftlich den Verein gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Der geschäftsführende Vorstand vertritt den Verein.
2. Der Vorstand wird für jeweils zwei Geschäftsjahre gewählt. Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig. Er bleibt auch nach Ablauf seiner Amtszeit stets solange im Amt und hat die laufenden Geschäfte fortzuführen, bis ein neuer Vorstand bestellt ist.
3. Der Vorstand kann einen wissenschaftlichen und künstlerischen Beirat berufen.
 
§6 Finanzen und Haushaltswesen
1. Die Haushalts- und Buchführung ist nach den Grundsätzen einer erforderlichen Haushaltsführung zu gestalten. Die Einhaltung des Haushaltsplanes und die ordnungsgemäße Buchführung wird von zwei von der Mitgliederversammlung für jedes Jahr zu wählenden ehrenamtlichen Kassenprüfern überwacht.
§7 Fördernde Mitglieder
1. Der Verein kann fördernde Mitglieder aufnehmen. Fördernde Mitglieder haben keine Stimmberechtigung auf der Mitgliederversammlung, sie können jedoch anwesend sein und haben dort angemessenes Rederecht.
§8 Protokollführung
1. Über jede Mitgliederversammlung wird ein Protokoll angefertigt, das insbesondere die Beschlüsse der Mitgliederversammlung schriftlich festhält. Jedes Protokoll ist von einem Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes und einem von der Mitgliederversammlung gewählten Protokollführer zu unterzeichnen.
2. Über die Vorstandssitzungen sind ebenfalls Protokolle anzufertigen, in denen die Beschlüsse des Vorstandes festzuhalten sind. Die Protokolle sind von zwei Mitgliedern des geschäfts-führenden Vorstandes zu unterzeichnen.
§9 Auflösung des Vereins
Die Auflösung des Vereins muß in der Tagesordnung erwähnt sein, die der fristgerechten Einladung zur Mitgliederversammlung beiliegt. Ein Nachtrag in der Tagesordnung ist in diesem Fall nicht gestattet.
2. Über die Auflösung des Vereins entscheidet die Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln aller Anwesenden, mindestens aber einem Drittel aller Mitglieder.
3. Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt sein Vermögen an rockradio.de e.V., c/o Klaus Schnabel Koeplin, Fahrenheitstraße 30, 12207 Berlin, der es unmittelbar und ausschließlich für steuerbegünstigte Zwecke zu verwenden hat.
4. Sollte die in § 9 Abs. 3 genannte Körperschaft nicht mehr existieren, fällt bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke sein Vermögen an eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder an eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung zur Förderung kultureller Zwecke, insbesondere eines Archivs.
§10 Wirksamwerden von Satzungsänderungen
1. Beschlüsse der Mitgliederversammlung
a) über solche Änderungen der Satzung, die die Aufgaben und Zwecke des Vereins betreffen oder
b) über Auflösung oder Vereinigung mit anderen Vereinen
bedürfen zu ihrem Wirksamwerden der vorherigen Zustimmung durch zwei Drittel der in der Mitgliederversammlung anwesenden Stimmberechtigten.
§ 11 Selbstlosigkeit
Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
§ 12 Mittelverwendung
Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins.
§ 13 Vergütungen
Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.